125 Jahre Schützencorps 1878 e.V. Klein-Altenstädten

(Vereinsgeschichte im Stenogramm v. P. Naumann)

 

Im Jahre 1978 feierte unser Schützencorps sein 100jähriges Jubiläum. Wir haben damals ausführlich über die Geschichte unseres Vereins berichtet und erlauben uns aus diesem Grund diese Darstellungsform.

 

1878

Am 16. Juni wird von elf Männern der ersten Stunde in Klein-Altenstädten ein Schützenverein gegründet. Den Vorsitz übernahm Heinrich Nagel I.

Geschossen wurde zu Anfang auf dem Schießplatz am Bornplatz – vorwiegend mit Großkaliber über eine 100-Meter-Distanz. Es waren schwere Vorderlader, wofür die Munition von den Schützen selber hergestellt wurde. Geschossen wurde noch auf ein 13er Ringscheibe.

 

1879

Erstes Schützenfest im Vereinslokal von Peter Theis, beim Vereinswirt Karl Kaps.

 

1884

Zum erstenmal wird ein Schützenkönig herausgeschossen – es wird der 1. Vorsitzende Heinrich Nagel I.

 

1886

Zum neuen 1. Vorsitzenden wird Wilhelm Hubert I. gewählt.

 

1893

Beim erneuten Königsschießen wird Heinrich Nagel I. wieder Schützenkönig und erhält als Geschenk eine lange Pfeife.

 

1896

Der bisherige 1. Vorsitzende Wilhelm Hubert I. verstirbt plötzlich. An seiner Stelle tritt der bisherige 2. Vorsitzende Philipp Hubert. Er führt den Verein bis zur Jahrhundertwende.

 

1901-33

Adam Wellstein wird zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Er leitet die Geschickte des Vereins 33 Jahre und führt diesen zur großen Blüte. Unter ihm wurde der Schießplatz vom Bornplatz auf den Kellerkopf verlegt. Es wurden Stände und Deckungsanlagen errichtet. Die noch heute bestehende Vereinsfahne wurde angeschafft. Unter seiner Führung wurde das 25- und 50jährige Vereinsjubiläum mit würdigen Schützenfesten gefeiert. Der Schützenverein wurde in den heutigen Schützencorps umbenannt.

 

1934

Nach einem halben Jahr stiller Trauer aller Mitglieder um ihren verschiedenen Vorsitzenden wird sein Sohn Karl Wellstein zum neuen 1. Vorsitzenden gewählt. Unter seiner Führung wurde ebenfalls viel für das Schützencorps geleistet: vom Großkaliber auf Kleinkaliber umgestellt, eine 50 Meter Schießbahn auf dem Kellerkopf erstellt – dazu eine neue Schießhalle. Das Schützencorps zählte damals 45 Mitglieder.

 

Nach 1945

Es war schwer, nach Kriegsende wieder mit dem Sportschießen zu beginnen. Im Jahre 1950 wurde das Verbot von den Besatzungsmächten aufgehoben.

 

1950-52

Der Schießsport begann wieder ohne Scharfschießen, d. h. ohne Pulvermunition wie Kleinkaliber usw., sondern nur mit Druckluftwaffen – also Luftgewehr. Im Vereinslokal von Fritz Lotz, dem früheren Gründungslokal von Peter Theiß, wurde der Schießbetrieb im Saal wieder aufgenommen. 1. Vorsitzender wurde wieder der altbewährte Karl Wellstein.

 

1951

Jetzt durfte auch wieder Kleinkaliber geschossen werden. Es hieß, die zertrümmerte Standardanlage auf dem Kellerkopf instand zu setzen. Der langverdiente 1. Vorsitzende Karl Wellstein legt aus Gesundheitsgründen sein Amt nieder. Zu seinem Nachfolger wird Schützenbruder Walter Nagel zum 1. Vorsitzenden gewählt (der spätere langjährige Kreisschützenmeister).

 

1953-59

Das 75jährige Jubiläumsfest steht an. In Form eines Schützenfestes wird dieses Jubiläum von 4. bis 6. Juli 1953 im Saalbau Lotz begangen.

 

Noch lebende Ehrenmitglieder Heinrich Nagel, Wilhelm Hubert, Karl Schmitz werden geehrt.

Jubiläumsschützenkönig wurde der ehemalige 1. Vorsitzende Karl Wellstein, der jetzt als 2. Vorsitzender fungiert.

1. Schützenmeister Walter Nagel trieb den Bau einer größeren Schützenhalle auf dem Kellerkopf für den gesamten Schießbetrieb mit Nachdruck voran. Auch Schußbahn und Kugelfanganlage wurden erneuert und erweitert.

 

1960-64

Der neue 1. Schützenmeister Karl Marscheck kann die neue Schießanlage mit Halle auf dem Kellerkopf eröffnen. Fast 1500 freiwillige Arbeitsstunden der Mitglieder hatte eine Anlage entstehen lassen, die zu diesem Zeitpunkt ihresgleichen Suchte. Unter Karl Marscheck wird 1961 die erste Damenmannschaft gegründet. Es wurde ab 1964 die Erweiterung der Schießanlage am Kellerkopf in Angriff genommen.

 

1965

Heinz Gerhard übernimmt für 1 Jahr die Geschicke des Schützencorps.

 

1966

Ein erneuter Wechsel übergab Otto Wellstein die Geschicke des Schützencorps. Nach zweijähriger Bauzeit und 6500 Arbeitsstunden der Mitglieder konnte die erweiterte Schießanlage als mustergültig eröffnet werden. Pläne und Anregungen lieferte das heutige Ehrenmitglied und 1. Ehrenkreisschützenmeister Walter Nagel. In diesem Jahr wurde das Schützenheim auf dem Kellerkopf fester Standort des Schützencorps.

 

1967

Erneut such man einen neuen 1. Schützenmeister. Der altbewährte Karl Marscheck stellte sich zur Wahl und übernahm die Geschicke für ein weiteres Jahr.

 

1986-71

Günther Hofmann wird zum 1. Schützenmeister gewählt Das Schützencorps besteht nun 90 Jahre. Es gab ein kleines Schützenfest im Saalbau Lotz. Schützenkönigin wurde Dora Martin, Schützenkönig Herbert Hubert und Jugendkönig Klaus Wellstein. Der weitere Ausbau der Schießanlage läuft immer weiter, unermüdliche Kräfte sind im Hintergrund immer am Tun. Die gesamte KK-Schießbahn wird mit Stahlbeton abgedeckt, d.h. kugelsicher und lärmreduzierend!

 

1972-74

Herbert Hubert wird neuer 1. Schützenmeister und kann dies für das Schützencorps so wichtige Amt aus beruflichen Gründen nur drei Jahre ausführen. Ein echter Verlust für die Schützenfamilie. In seine Amtszeit fällt die Renovierung des gesamten Aufenthaltsraumes im Schützenhaus.

 

1975-76

Der bisherige Hauptkassierer Norbert Wellstein übernimmt die Geschicke des Vereins und wird neuer 1. Schützenmeister. Der KK-Stand wird umgebaut und die Vorbereitung zum 100jährigen Jubiläum laufen in vollem Gange. Leider legt er im Jahre 1976 sein Amt nieder.

 

1977-80

Walter Pfeiffer, ein verdienter Schütze, übernimmt die Geschicke des Vereins und führt unter Unterstützung eines neuen tatkräftigen Vorstandes mit Bravour das anstehende große Schützenfest „100 Jahre Schützencorps Klein-Altenstädten“ verbunden mit dem Kreisschützenfest im Jahre 1978 durch. Es war für das Schützencorps ein voller Erfolg.

 

1981

Helmut Schmidling wird auf der Jahreshauptversammlung zum 1. Vorsitzenden gewählt und löst damit Walter Pfeiffer ab.

 

In diesem Jahr wird eine Pistolenmannschaft gegründet. Es wird Luftpistole und Freie Pistole geschossen. Das Schützencorps hat in Thomas Rink ein großes Talent im Pistolenschießen in seine Reihen. Es gelingt ihm in kurzer Zeit, sich die Kreis, Gau- und Landesmeisterschaft in den Disziplinen Luuftpistole und Freie Pistole in der Juniorenklasse zu sichern.

Im selben Jahr gründen der viel zu früh verstorbene Schützenbruder Friedel Reitz und Walter Schmidling eine Abteilung für Vorderladergewehrschießen.

 

1982

Die Schützen aus Klein-Altenstädten beteiligen sich mit großer Intensität an der 1200-Jahr-Feier der Stadt Aßlar. Beim großen Umzug wurde die Glockengießerei Rincker dargestellt.

Thomas Rink fährt als erster Schütze des Schützencorps zur Deutschen Meisterschaft nach München und kehrt als Deutscher Meister in der Disziplin Freie Pistole Juniorenklasse nach Hause zurück.

Thomas Rink erhält eine Einladung zur Junioren-Nationalmannschaft.

Im Oktober 1982 weiht das Schützencorps in der Stadthalle Aßlar unter Beteiligung vieler Fahnenabordnungen aus Stadt und Kreis seine neue Fahne ein.

Die Weihe wird durch den 2. Vorsitzenden des Hess. Schützenverbandes, Herrn Eckhardt , vorgenommen.

 

1983-86

Das Schützencorps setzt unter der gekonnten Führung seines Vorsitzenden Helmut Schmidling seine sportlichen und gesellschaftlichen Erfolge fort.

Helmut Schmidling wird auf der Jahreshauptversammlung im März 1985 als Vorsitzender des Vereins wieder gewählt.

“Ein Erfolgt“

Im November 1986 beschließen die Schwarzpulverschützen auf Anregung von Harald Marscheck, ein Pokalschießen für Perkussions-Gewehre durchzuführen. Der Erlös des Schießens soll der Station Peiper in Gießen zugute kommen.

 

1987-89

Im Januar 1987 findet das 1. Vorderladerpokalturnier mit einer Beteiligung von 22 Mannschaften aus ganz Hessen statt. Es wird ein Erlös von 4.200,-- DM aus Bewirtschaftung, Sammlung und Startgeldern erzielt. Dieser Betrag wird per Scheck Herrn Prof. Dr. F. Lampert, dem Leiter der Kinderkrebsstation Gießen, überreicht.

Die Mitgliederzahl im Schützencorps überschreiten zum ersten Mal die 250, dies ist eine Zeichen, dass in Klein-Altenstädten gute Vereinspolitik betrieben wird.

Im März 1989 wird Helmut Schmidling zum dritten Mal als Vorsitzender des Schützencorps gewählt. Ein Zeichen, dass er in acht Jahren gute Arbeit abgegeben hat.

Im Oktober desselben Jahres wird erstmals ein Schützenball unter großer Mitwirkung der Fahnenabordnungen des Kreises in der Stadthalle Aßlar durchgeführt. Zum Gelingen der Veranstaltung trägt die Show- und Unterhaltungsband „VOICE“ aus Marktheidenfeld bei.

 

1990-91

Es werden auf der Jahreshauptversammlung erstmals Stimmen laut, einen Pistolenstand zu bauen. Leider wurde man sich nicht darüber einig, ob es einen separaten Stand geben soll oder ob die 25-m Anlage in die KK-Stände integriert werden sollte. Die Entscheidung darüber wurde vertagt.

 

1991 im Oktober wurde zum zweiten Mal der Schützenball in der Stadthalle Aßlar durchgeführt und wieder mit großem Erfolg.

 

1992-93

Auf der Jahreshauptversammlung gab es einen Führungswechsel in der Vereinsspitze. Helmut Schmidling trat als 1. Vorsitzender nach 11jähriger erfolgreicher Tätigkeit zurück und übergab nach Abstimmung durch die Versammlung das Amt an seine Nachfolger Harald Marscheck.

Helmut Schmidling wurde von der Versammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Während der Jahreshauptversammlung wurde beschlossen, sich um die Ausrichtung des Kreisschützenfestes 1993 zu bewerben. De Bewerbung wurde im April an die Kreisversammlung gerichtet und diese gab den Zuschlag. Das Fest fand in der Zeit vom 8.-11.07.1993 in Aßlar statt.

Die Planungen für den Pistolenstand, der nun separat gebaut wird, laufen auf Hochtouren, so dass die Pistolenschützen von Klein-Altenstädten auf einen schmucken Pistolenstand in nächster Zeit stolz sein dürfen.

 
 

Aktuell

 

2013 - 17

Auf der Jahreshauptversammlung gabt es einen Führungswechsel in der Vereinsspitze. Eckhard Koch übernahm die Vereinsgeschicke. In seine Amtszeit fällt der Umbau des Luftdruckstandes hinter dem Gastraum und des KK-Standes auf elektronische Schießstände. Auch das Vorderladerschießen ist auf der elektronischen Anlage möglich und ist in großem Umkreis die einzige Standanlage dieser Art für diese Möglichkeit. Die Treffer-Anzeigen können ebenfalls auf einem Monitor im Gastraum übertragen werden. Der Umbau kostete 40 000 €uro und wurde mit Zuschüssen auf Landes-, Kreis-, Stadt Aßlar Ebene und aus Eigenmitteln finanziert. Die Schützen leisteten hier wieder viele Arbeitsstunden. Weiterhin in seine Amtszeit fällt die Erstellung der neuen Homepage.

2015

 

2016

 

2017

 

 

 

 

2018

Umbau des Luftdruck- und des KK-Standes auf elektronische Schießstände

 

offizielle Einweihung der elektronischen Schießstände.

 

 

Am 01.April geht die neue Homepage ans Netz.

 

Auf der Jahreshauptversammlung gibt es einen Wechsel an der Führungsspitze. Heinz-Uwe Haseneier übernimmt die Vereinsgeschäfte.

 

Auf der Jahreshauptversammlung gibt es einen Wechsel im Vorstand. Als 1. Schriftführerin hatte Jaqueline Rink ihr Amt im September 2017 niedergelegt. Seit dieser Zeit begleitete der 2. Schriftführer dieses Amt kommissarisch.  Der neu gewählte 1. Schriftführer wurde Walter Diehl, der dieses Amt vorher kommissarisch begleitete.